Das Ziel: eine neue Form der Stadtchronik

„Zeitzeugen“ hat sich zum Ziel gesetzt, durch das Porträtieren vieler einzelner Personen die Besonderheiten einer Stadt und ihrer Region herauszuarbeiten. Die Lebensgeschichten spiegeln exemplarisch die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen wider, der Zuschauer erlebt eine lebendige Zeitreise in unterschiedliche Jahrzehnte. Das ist eine neue und interessante Form einer Stadtchronik, die hervorragend in eine zunehmend medial geprägt Welt passt. „Zeitzeugen“ soll in verschiedenen Städten umgesetzt werden, um ein spannendes Bild von Deutschland als Land der Regionen zu zeichnen.

Den Anfang macht die Freie und Hansestadt Hamburg. Durch den Hafen sind die Hanseaten es seit jeher gewohnt, Menschen vieler Nationalitäten willkommen zu heißen und verschiedene gesellschaftliche Gruppierungen zusammenzubringen. „Das Tor zur Welt“, dieser gern zitierte Slogan für Hamburg, repräsentiert diese liberale und pragmatische Haltung. „Zeitzeugen“ präsentiert die Chronik der Hansestadt in einer Vielzahl von lebendigen Einzelschicksalen und Biografien. Erzählt wird die Veränderung der deutschen Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Der Zugang zu Bildungseinrichtungen wurde offener. Immer mehr Frauen absolvierten Berufsausbildungen und verdienten ihr eigenes Geld. Die Rollenbilder änderten sich, Klischees und Stereotypen wurden weniger. Die Türen der Universitäten öffneten sich für Kinder aus Arbeitermilieus und die gesellschaftlichen Gruppen wurden durchlässiger.

Die Zeitzeugen machen diese Entwicklungen nachvollziehbar und reflektieren in den Filmen ihre Beziehung zu Hamburg. Ebenso nimmt der Zuschauer teil an wichtigen Großereignissen wie z. B. der Sturmflut oder an kleinen Begebenheiten, regionalen Bräuchen und Traditionen. Die Zeitzeugen-Reihe für Hamburg gibt vielen Frauen und Männern einen Platz und eine Stimme. Sie wirkt damit auch identitätsstiftend und verleiht dem individuellen Heimatgefühl Ausdruck.